Nach dem Feuer – Schlussfolgerungen für den Nationalpark und die Region

Das Sachsen Kabinett hat sich am Dienstag 23. August eingehend mit dem Brand im Nationalpark Sächsische Schweiz befasst. Im Ergebnis wird das Brandgeschehen unter Einbeziehung u.a. von Wissenschaftler*innen ausgewertet. Dabei geht es auch um die Frage, in wie weit Brandverläufe in dem Schutzgebiet durch Totholz beeinflusst wurden und ob es signifikante Unterschiede zu Bränden im bewirtschafteten Wald gibt. Zudem wird das Umweltministerium gemeinsam mit Brand- und Katastrophenschutzbehörden und in Abstimmung mit der Entwicklungskommission des Landkreises ein Waldbrandschutzkonzept erstellen. Dabei werden vor allem die vorgenannte Auswertung, der Schutzstatus und natürliche Gegebenheiten berücksichtigt. Des Weiteren werden Innen- und Umweltministerium eine gemeinsame Kommunikationsstrategie zur Aufklärung und steten Information der Bevölkerung über die Gefahren von Waldbränden und zum richtigen Verhalten im Wald zur Vermeidung von Waldbränden erarbeiten.

Umwelt-Staatssekretärin Gisela Reetz: »Dieser Brand hatte bisher kein Vorbild. Die Feuerwehrleute haben hier mit Unterstützung von Bundeswehr, THW, Sachsenforst und Nationalparkverwaltung oft aus der Lage heraus entschieden und enorme Leistungen erbracht. Dafür ein großes Dankeschön und Anerkennung. Klar ist, dass die Klimakrise die Waldbrände begünstigt. Insbesondere die Glutnester und deren Ausbreitung im Boden haben die Löscharbeiten und Brandbekämpfung massiv erschwert. Dies wurde durch die Trockenheit befördert. Nun müssen wir in den nächsten Monaten schauen, ob auch Totholz für die Brandverläufe eine maßgebliche Rolle spielte und wenn ja, welche. Gleichzeitig müssen alle Schlussfolgerungen vor dem Hintergrund getroffen werden, dass es sich um einen Nationalpark sowie um europäische Schutzgebiete mit strengem Schutz handelt. Abgesehen vom Schutzstatus wäre es kaum zu bewerkstelligen, auf mehreren Tausend Hektar und in teils unzugänglichem Gelände das Totholz umfassend zu beseitigen.«

Bundes- und Landespolitiker waren sich wie hier in Schmilka einig: Wir halten zusammen und helfen einander. Fr. Lamprecht brachte mit, für die Einsätze der Bundewehrhelikopter keine Rechnung  zu schreiben.

Die Brände in der Sächsischen Schweiz begannen am 25.07.2022. Sie waren Folge der zuvor ausgebrochenen großflächigen Brände in der benachbarten Böhmischen Schweiz. Insgesamt haben auf sächsischer Seite rund 150 Hektar gebrannt, was knapp zwei Prozent der Nationalparkfläche entspricht. Bei der Brandbekämpfung waren bis zu 850 Kräfte im Einsatz – unterstützt von bis zu dreizehn Löschhubschraubern sowie  schwerem Gerät von THW und Bundeswehr. Nationalparkverwaltung und weitere Mitarbeitende im Sachsenforst haben die Kräfte vielfältig unterstützt. Die Nationalparkverwaltung hat zwischenzeitlich die Brandnachsorge übernommen und wird dabei personell durch die Stadt Bad Schandau unterstützt.

Wesentliche Teile (rund 9.350 Hektar) der Sächsischen Schweiz sind nach Bundesnaturschutzgesetz als Nationalpark ausgewiesen. Damit soll in einem überwiegenden Teil des Gebiets die Naturvorgänge in ihrer natürlichen Dynamik möglichst ungestört ablaufen können. Weiterhin soll der Nationalpark, soweit es der Schutzzweck erlaubt, der wissenschaftlichen Umweltbeobachtung, der naturkundlichen Bildung und dem Naturerlebnis dienen. Der Nationalpark ist zugleich Bestandteil des Europäischen ökologischen Netzes »Natura 2000«. Das bedeutet er ist sowohl als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung (FFH-Gebiet) wie auch als Europäisches Vogelschutzgebiet (SPA-Gebiet) umfassend geschützt.